Hans Ewald Grill, Spitzensportler, Lebensmeisterer, und blind
In dieser LAUF ALTER-Folge erzählt Hans Ewald Grill, Paralympics-Teilnehmer und leidenschaftlicher Läufer, von seinem Leben als Blindensportler. Er verlor mit 14 Jahren infolge einer Explosion beim Zerlegen einer Flakgranate sein Augenlicht fast vollständig; nach mehreren Operationen blieb ihm teils noch ein Sehrest, der im Laufe der Jahre jedoch weiter abnahm. Sport war ihm schon als Kind vertraut — Fußball, Radfahren, Bergsteigen — und nach der Erblindung half ihm der Behindertensport wesentlich bei der Verarbeitung des Unglücks. Er begann mit langen Märschen, ging zum Langlaufen und später zum Laufen und alpinem Skisport über; er nahm an Sommer- und Winter-Paralympics teil und gewann bei Weltmeisterschaften und internationalen Wettbewerben Medaillen.
Grill erklärt detailreich die Rolle und Anforderungen von Begleitläufern (Guides): Sie sollten schneller laufen können als der Blinde, müssen synchronisiert mit einem kurzen Band laufen, Hindernisse präzise und rechtzeitig ansagen und ein hohes Maß an Vertrauen aufbauen. Er betont, dass Begleitläufer rar, aber essenziell sind — nicht nur für Spitzensportler, sondern besonders für Kinder an Blindenschulen.
Der New York Marathon – wo Podcast-Co-Host Tom Rottenberg Guide für Grill war – wird als Beispiel dafür genannt, wie bedeutsam große Events für blinde Läufer sind: Die Stimmung und Anfeuerung sind für sie ebenso intensiv oder gar intensiver als für Sehende.
Persönlich zeigt Grill Humor und Gelassenheit im Umgang mit Alltagsbegegnungen; er schildert positive Erfahrungen mit hilfsbereiten Menschen und mahnt zugleich Achtsamkeit bei Handygebrauch an: Da stolpern Leute über den Blindenstock, weil sie zu sehr in ihre Accessoires vertieft sind.
Eine wunderbare Episode, unterstützt vom Magazin RUNNING & Fitness, mit einer Persönlichkeit des Laufens und Lebens!


